Workshop planen: Die Checkliste von der Zielsetzung bis zum Follow-up

Ein guter Workshop entsteht lange vor dem ersten Post-it. Diese Anleitung führt euch Schritt für Schritt vom Ziel bis zum Protokoll – mit einem Beispiel-Ablauf und einer Checkliste, die zeigt, was wann erledigt sein sollte.

Team Eisenwerk 15/2

Veröffentlicht am

10 Min. Lesezeit

Eine Person füllt mit einem Marker ausgedruckte Workshop-Vorlagen auf einem Holztisch aus

Das Wichtigste in Kürze

  • Startet mit dem Ziel, nicht mit der Agenda: Formuliert, was am Ende konkret vorliegen soll – eine Entscheidung, ein Konzept oder ein Plan mit nächsten Schritten.
  • Plant zwei bis drei Monate Vorlauf ein: Dann sind Wunschtermin, Raum und Moderation meist noch frei, und alle können sich den Tag rechtzeitig blocken.
  • Arbeitet in Kleingruppen von vier bis sechs Personen: So kommt jede und jeder zu Wort, und im Plenum führt ihr die Ergebnisse zusammen.
  • Plant alle 60 bis 90 Minuten eine Pause ein und wechselt die Arbeitsform – zwischen Plenum, Kleingruppe und Einzelarbeit, zwischen Sitzen und Stehen.
  • Wählt den Raum nach der Arbeitsweise: Ein Workshop braucht Platz zum Umstellen, viel Wandfläche zum Visualisieren und ruhige Ecken für Kleingruppen.
  • Verschickt das Ergebnisprotokoll innerhalb weniger Tage – mit Verantwortlichen und Terminen, sonst verpufft die Energie des Workshops.

Was soll am Ende des Workshops herauskommen?

Die wichtigste Frage der Planung stellt ihr ganz am Anfang: Was soll nach dem Workshop konkret vorliegen? „Wir wollen über die Strategie sprechen“ ist kein Ziel. „Wir haben drei priorisierte Maßnahmen für das nächste Jahr, jede mit einer verantwortlichen Person“ ist eins.

Ein gutes Workshop-Ziel ist:

  • konkret: Es beschreibt ein Ergebnis, das man sehen kann – eine Liste, eine Skizze, eine Entscheidung.
  • erreichbar: Es passt in die Zeit, die ihr habt. Lieber ein Ziel ganz erreichen als drei halb.
  • bekannt: Alle Teilnehmenden kennen es vorher und wissen, warum sie eingeladen sind.

Geht es vor allem darum, Wissen weiterzugeben, plant ihr eher ein Seminar: Dort vermittelt eine Person Inhalte, im Workshop erarbeitet die Gruppe gemeinsam ein Ergebnis. Beide Formate brauchen unterschiedliche Abläufe – und oft unterschiedliche Räume.

Wer sollte dabei sein – und wie viele?

Ladet die Menschen ein, die das nötige Wissen haben, die entscheiden dürfen und die das Ergebnis später umsetzen. Fehlt eine dieser Gruppen, landen Fragen wieder im „nächsten Meeting“ – und genau das soll der Workshop verhindern.

Für die Gruppengröße gilt: Je mehr Menschen dabei sind, desto wichtiger wird die Arbeit in Kleingruppen. In Teams von vier bis sechs Personen kommt jede und jeder zu Wort; anschließend stellen die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum vor. Große Runden brauchen mehr Struktur, mehr Zeit für die Zusammenführung und einen Raum, in dem mehrere Gruppen gleichzeitig arbeiten können, ohne sich zu stören.

Klärt außerdem vorab:

  • Wer entscheidet? Soll am Ende eine Entscheidung stehen, muss die Person mit Entscheidungsbefugnis dabei sein – oder vorher sagen, was sie mitträgt.
  • Was müssen alle vorher wissen? Zahlen, Kundenfeedback, Vorarbeiten: Was ihr vorher verschickt, müsst ihr im Workshop nicht erst erklären.
  • Wer ist neu dabei? Externe Gäste und neue Kolleginnen und Kollegen brauchen einen kurzen Einstieg ins Thema.

Wie lange sollte ein Workshop dauern?

Die Dauer folgt dem Ziel. Als Faustregel:

  • Halbtags (rund vier Stunden): für eine klar umrissene Frage, etwa ein Brainstorming, eine Retrospektive oder die Vorbereitung einer Entscheidung.
  • Ganztags (rund acht Stunden): der Klassiker für Strategie-, Konzept- und Innovations-Workshops – mit Zeit für den Einstieg, zwei bis drei Arbeitsphasen und eine saubere Ergebnissicherung.
  • Mehrtägig: für Klausuren, Strategie-Offsites und Formate wie Design Sprints, bei denen Ideen über Nacht reifen und am nächsten Tag weiterentwickelt werden.

Plant lieber etwas mehr Zeit ein, als ihr zu brauchen glaubt. Sonst fallen die Zusammenführung der Ergebnisse und die nächsten Schritte als Erstes weg – dabei sind sie der Grund für den Workshop. Im Eisenwerk 15/2 bucht ihr halbtags, ganztags (08:30 bis 18:30 Uhr) oder für mehrere Tage.

Wie sieht ein guter Workshop-Ablauf aus?

Die meisten gelungenen Workshops folgen demselben Bogen – vom Verstehen über das Entwickeln zum Entscheiden:

  1. Ankommen und Einstieg: Ziel, Ablauf und Spielregeln vorstellen, dazu ein kurzer Check-in, damit alle wirklich da sind.
  2. Verstehen: Ausgangslage, Fakten und offene Fragen zusammentragen, bis alle vom selben Stand ausgehen.
  3. Ideen entwickeln: in Kleingruppen, mit einer klaren Aufgabe und einem festen Zeitrahmen.
  4. Bewerten und entscheiden: Ideen vorstellen, clustern und priorisieren – zum Beispiel mit Klebepunkten.
  5. Nächste Schritte festhalten: Wer macht was bis wann? Ohne Namen und Termine bleibt es bei guten Vorsätzen.
  6. Abschluss: eine kurze Feedbackrunde, damit ihr wisst, was beim nächsten Mal besser laufen kann.

Plant alle 60 bis 90 Minuten eine Pause ein und wechselt die Arbeitsform: Plenum, Kleingruppe und Einzelarbeit, Sitzen und Stehen. Gegen das Tief nach dem Mittagessen helfen ein leichtes Essen und eine Arbeitsphase im Stehen, etwa an den Whiteboards. So kann ein ganztägiger Workshop aussehen:

Beispiel-Ablauf für einen Workshop-Tag

Seitlich wischen für alle Spalten →

UhrzeitProgrammpunktArbeitsform
09:00Ankommen, Kaffee, Check-inPlenum
09:30Ziel, Ablauf und AusgangslagePlenum
10:30Kaffeepause–
10:45Ideen entwickelnKleingruppen
12:15Mittagessen–
13:15Ergebnisse vorstellen und clusternPlenum, im Stehen an den Whiteboards
14:15Bewerten und priorisierenPlenum, Punktabfrage
14:45Kaffeepause–
15:00Maßnahmen planen: Wer macht was bis wann?Kleingruppen
16:00Abschluss und FeedbackPlenum
16:30Ende–

Ein Beispiel: Passt Phasen und Zeiten an euer Ziel und eure Gruppe an.

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Welche Methoden passen zu eurem Ziel?

Methoden sind Werkzeuge, kein Selbstzweck. Wählt sie danach, was die Gruppe in der jeweiligen Phase leisten soll:

  • Ideen sammeln: Brainstorming oder Brainwriting, bei dem alle zuerst still für sich schreiben – so kommen auch die Leiseren zum Zug.
  • In großen Gruppen austauschen: Beim World Café diskutieren kleine Runden an mehreren Tischen parallel je eine Frage und wechseln nach einer festen Zeit die Tische.
  • Entscheiden: Ideen an der Wand clustern, dann verteilen alle eine feste Zahl Klebepunkte auf ihre Favoriten.
  • Neue Lösungen für Kundenprobleme finden: Design Thinking mit Interviews, Prototypen und Tests.
  • Strategie und Zusammenarbeit greifbar machen: LEGO® SERIOUS PLAY®, bei dem alle ihre Antworten als Modell bauen und erklären.
  • Arbeiten mit KI ausprobieren: KI-Workshops mit Live-Demos und Übungen an echten Aufgaben.

Für fast alle Methoden braucht ihr dasselbe Material: viel Wandfläche, Whiteboards oder Pinnwände, Post-its, Marker und Klebepunkte. Klärt vorab, was die Location stellt und was ihr mitbringen müsst.

Welcher Raum passt zu eurem Workshop?

Ein Workshopraum muss mehr können als ein Besprechungsraum. Achtet auf:

  • Platz zum Umstellen: mobile Tische und Stühle, damit ihr ohne Möbelschleppen vom Plenum in Kleingruppen wechselt.
  • Wandfläche: Whiteboards, Pinnwände und Flipcharts, damit Ergebnisse sichtbar bleiben und nicht in Laptops verschwinden.
  • Rückzugsorte: separate Ecken oder Räume, in denen Kleingruppen ungestört arbeiten.
  • Tageslicht und Luft: Wer einen Tag lang denkt, braucht frische Luft und Tageslicht.
  • Verpflegung in Reichweite: Kaffee und Essen vor Ort sparen Wege und halten die Pausen kurz.
  • Einen Raum nur für euch: Ohne Nachbargruppen und Hotelflur könnt ihr laut sein, Ergebnisse hängen lassen und frei arbeiten.

Welche Bestuhlung zu welcher Phase passt, zeigt unser Ratgeber Bestuhlungsarten im Überblick. Worauf ihr beim Mieten achten solltet, steht in Seminarraum mieten: 12 Kriterien.

Im Eisenwerk 15/2 in Hannover arbeitet ihr in einem 270 m² großen Industrie-Loft, das ihr exklusiv mietet: mit mobilen Möbeln, über 14 Whiteboards, drei Metaplanwänden, einem gut gefüllten Moderationskoffer und zwei verglasten Breakout-Cubes für Kleingruppen. Mehr dazu auf der Seite Workshopraum mieten.

Ein Team baut in der Halle im Eisenwerk 15/2 gemeinsam eine Seifenkiste aus Holz
Auch das ist ein Workshop: Ein Team baut im Eisenwerk 15/2 eine Seifenkiste.

Moderation: intern oder extern?

Wer moderiert, sorgt für Zeit, Struktur und Beteiligung – und diskutiert selbst nicht mit. Deshalb lohnt sich die Frage, wer diese Rolle übernimmt:

  • Interne Moderation kennt Thema, Team und Vorgeschichte und ist schnell vorbereitet. Sie passt gut zu wiederkehrenden Formaten wie Retrospektiven oder Planungsrunden.
  • Externe Moderation ist neutral, bringt Methodenwissen mit und lässt das ganze Team inhaltlich mitarbeiten. Sie lohnt sich, wenn Führungskräfte mitdiskutieren sollen, wenn Konflikte im Raum stehen oder wenn viel auf dem Spiel steht.

Als Faustregel gilt: Wer am Ergebnis inhaltlich beteiligt ist, sollte nicht gleichzeitig moderieren. Für Workshops im Eisenwerk 15/2 vermitteln wir auf Wunsch Moderatorinnen und Moderatoren, Trainerinnen und Trainer sowie Facilitators aus unserem Netzwerk.

Was passiert nach dem Workshop?

Der Workshop endet nicht mit dem letzten Post-it. Damit die Ergebnisse wirken:

  1. Fotografiert alle Wände und Flipcharts, bevor ihr aufräumt.
  2. Verschickt innerhalb weniger Tage ein kurzes Ergebnisprotokoll: Entscheidungen, offene Fragen und nächste Schritte mit Namen und Terminen.
  3. Legt einen Folgetermin fest, an dem ihr prüft, was aus den Maßnahmen geworden ist.
  4. Wertet das Feedback aus und notiert, was ihr beim nächsten Workshop anders macht.

Alle Schritte von der Idee bis zum Follow-up findet ihr in der Checkliste.

Checkliste: Workshop planen

Hakt direkt hier ab, was schon erledigt ist.

2–3 Monate vorher

3–4 Wochen vorher

10 Tage vorher

Am Workshop-Tag

Danach

0 von 22 Punkten erledigt

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